Mein Fazit: Die ETS war für mich nach dem Scheitern
aller anderen Therapieansätzen meine letzte Chance, die Hyperhidrose zu
bekämpfen. Soweit ich es nach acht Wochen beurteilen kann, hat der
Eingriff den gewünschten Erfolg gebracht. Meine Hände sind in allen
Situationen trocken und das war mein Hauptziel. Daß auch der Kopfschweiß
verschwunden ist und der Achsel- und Fußschweiß wesentlich reduziert
wurden, ist eine willkommene Zugabe. Das kompensatorische Schwitzen ist
mild und erträglich. Ich kann nur hoffen und beten, daß Dr. Tarfusser
recht behält und der derzeitige Zustand für immer erhalten bleibt. Ich
bin in dieser Beziehung etwas skeptisch geworden, nachdem ich von der
Iontophorese nach anfänglich glänzendem Therapieerfolg bitter enttäuscht
wurde. Mehrmals wurde ich bereits von Alpträumen geplagt, in denen mein
Handschweiß zurückkehrte. Doch zumindest für die nahe Zukunft bin ich
optimistisch.
Mittlerweile hat der Alltag für mich wieder begonnen und
die Vorzüge trockener Hände sind nicht übersehen. Tag für Tag erlebe
ich, daß viele Situationen, in denen ich früher durch nasse Hände und
die Angst vor dem Schwitzen erheblich eingeschränkt und gehemmt war,
mittlerweile kein Problem mehr für mich sind. Laut Dr. Tarfusser ändert
sich für viele Menschen nach der Operation das Leben grundlegend und ich
kann das nachvollziehen. Zwar habe ich immer versucht, mich trotz
meines Handikaps nicht zu verstecken, doch die trockenen Hände haben mir
im Umgang mit Menschen und bei zahlreichen Tätigkeiten des täglichen
Lebens ein großes Stück mehr Selbstsicherheit geschenkt. Viele Ängste,
Hemmungen und Streßfaktoren sind für mich über Nacht verschwunden.
Kurzum:
Die ETS hat mir bei einem kleinen und
kalkulierbaren Risiko einen unschätzbaren Nutzen beschert. Es bleibt zu
hoffen, daß dieser für immer oder zumindest sehr lange erhalten bleibt
und sich keine unerwünschte, bisher noch nicht absehbare negative
Langzeiteffekte einstellen.
Stand: 22. April 1997