Daß die
Hyperhidrosis zum Großteil eine psychogene Erkrankung repräsentiert, die
durch geistig-seelische Belastungen in Form von Streß oder Angst
ausgelöst sein kann, deren Folge aber auch weitere psychische Störungen
sein können, ist hinreichend bekanntt.
Behandler neigen bei psychischen
Krankheiten zur Verabreichung von Psychopharmaka, was auch im Falle
einer Hyperhidrosis nicht selten der Fall ist. Diese Gruppe der
Pharmazeutika beinhaltet ein noch höheres Gefährdungspotential für den
Patienten als die der vorangestellten Anticholinergika.Psychopharmaka
haben eine psychotrope Wirkung, was besagt, daß diese synthetischen
Substanzen in den Hirnstoffwechsel des Menschen eingreifen und diesen
beeinflussen.
Zu den wohl bekanntesten Mitteln zur
Regulation und Beeinflussung des geistig-seelischen Befindens zählen
auch die sogenannten Beta-Blocker, die in fast keiner Hausapotheke mehr
fehlen und deren Funktion bereits bei Vorstellung der Anticholinergika
aufgezeigt wurde. Beta-Blocker erhielten ihren Bekanntheitsgrad aufgrund
ihrer spontanen Wirkkraft und der Tatsache, daß diese kleinen
Pillen, im Gegensatz zu den Tranquillizern, bei fast gleichem
therapeutischen Effekt nur von wenigen Nebenwirkungen begleitet sind.
Eine kinderleichte Anwendung und die sofortige Dämpfung von Unruhe
und Erregungszuständen trugen zur Beliebtheit dieser Medikamentengruppe
bei. Gerade auch hinsichtlich einer Hyperhidrosis werden diese
chemischen Pillen in der Regel ohne große Verzögerung auf dem ärztlichen
Rezeptblock erscheinen, denn der Wirkstoff der Beta-Blocker greift
unmittelbar in den psychisch-neuronalen Haushalt ein und drosselt
vegetative Reaktionen.
Bekanntlich werden in Angst- und Streßsituationen, die primäre
Auslöser einer übermäßigen Schweißsekretion sein können, Hormone
freigesetzt. Insbesondere das Streßhormon Adrenalin spielt hierbei eine
entscheidende Rolle. Dieses Hormon reizt die Beta-Rezeptoren der
Nervenzellen, wodurch der körperliche Erregungszustand hervorgerufen
wird. Kommt es zur hormonell bedingten Reizung dieser Rezeptoren, so
werden Angstsymptome produziert. Beim Hyperhidrotiker entlädt sich diese
Reizung schließlich durch eine Hypersekretion der Schweißdrüsen.